Schloß Hubertus (1973-D)
credits
Regie
  Harald Reinl
Drehbuch
  W[erner] P. Zibaso
Roman (1895)
  Ludwig Ganghofer
Kamera
  Ernst W. Kalinke
Musik
  Ernst Brandner
Gesamtleitung
  Horst Hächler
(eine) Horst Hächler (Produktion)
[für] CTV 72 / ©
 
Franz Hornegger
Robert Hoffmann
Graf Egge Sennefeld
Carl Lange
Tassilo Sennefeld
Karlheinz Böhm
Schipper
Klaus Löwitsch
Lenz Bruckner
»
Gerhard Riedmann
Robert Sennefeld
Folker Bohnet
Mali Bruckner
»
Gerlinde Döberl
Kitty Sennefeld
Ute Kittelberger
Willy Sennefeld
»
Sascha Hehn
Hans Forbeck
Richard Rüdiger
 
Länge
  96m (c)
Drehzeit
  August-Oktober 1973
Drehort
  Bayern
Kinostart
  Dezember 1973
DVD
  -
posterHeimatdrama: Der alte Graf Egge Sennefeld (Carl Lange) kennt nur eine Leidenschaft: die Jagd. Seiner Familie gegenüber verhält er sich herrisch und halsstarrig. Schwere Konflikte bestimmen das Leben auf Schloss Hubertus: Sennefelds Frau hat ihn längst verlassen, und auch seinen Kindern - dem liberalen Juristen Tassilo (Karlheinz Böhm), dem leichtfertigen, spielsüchtigen Leutnant Robert (Folker Bohnet), dem verträumten Willy (Sascha Hehn) und der jungen Kitty (Ute Kittelberger) - hat er sich zunehmend entfremdet. Graf Egge kann nicht anerkennen, dass die Zeiten sich ändern. Selbst der Tod des jungen Willy lässt die gräfliche Familie nicht zusammenrücken. Im Gegenteil: Der älteste Sohn Tassilo sagt sich endgültig vom Vater los, da er dessen Sturheit nicht mehr ertragen kann. Er heiratet "unstandesgemäß" die Sängerin Anna. Robert ist längst unrettbar seiner Spielsucht verfallen, und auch Kitty, die jüngste, versteht den Vater nicht mehr. Seine Verbohrtheit hat Graf Egge auch seine Menschenkenntnis gekostet. So hört er auf die raffinierten Verleumdungen seines Jagdangestellten Schipper (Klaus Löwitsch), dem er sein ganzes Vertrauen schenkt, und entlässt grundlos seinen treuesten Jäger, den jungen Franz Hornegger (Robert Hoffmann). Weder der verblendete Graf noch Franz ahnen, welch finsterer, ja mörderischer Charakter sich hinter der freundlichen Fassade von Schipper verbirgt. Von seiner Familie verlassen, von seinem besten Jäger scheinbar verraten, flüchtet sich Egge verbittert in seine Passion. Doch beim riskanten Versuch, einen Adlerhorst auszuplündern, geschieht ein tragisches Unglück. Durch ätzenden Adlermist erblindet und von dem Greifvogel schwer verletzt, erkennt der Graf erst auf dem Sterbebett seine Fehler... [MDR, Oktober 2007 | Poster: Constantin Film, 1973] || Die gleichnamige Romanvorlage stammt von Ludwig Ganghofer (1855-1920) und wurde zuvor bereits zweimal verfilmt: 1934 von Hans Deppe und 1954 von Helmut Weiss. * Gedreht wurde Reinls Version u.a. auf Schloss Anif in Berchtesgaden und im bayerischen Wimbachtal. Die Version von 1973 bündelt die wichtigsten Themen des bayerischen Volksschriftstellers Ganghofer: menschliche Schwächen, Hass und Niedertracht, aber auch Ehrgefühl, Anstand und Liebe - all das vor imposanter Bergkulisse. Dabei setzte Reinl neben der namhaften Besetzung, darunter Karlheinz Böhm als Tassilo, auf grandiose Landschaftsaufnahmen, gefilmt in buntem Eastmancolor und im überbreiten Ultrascope-Format - und kommt damit Ganghofers Wunsch nach, den er formulierte, als er erste Verfilmungen seiner Werke in der Stummfilmzeit miterleben durfte: "Wann ich a Filmerl schau, möcht ich mei Freud ham." [BR]
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