Fitzcarraldo (1981-D)
Stab Abenteuerdrama: Der irische Abenteurer Brian Sweeney Fitzgerald (K.Kinski) will um 1900 in Südamerika sein Glück machen. "Fitzcarraldo", wie er genannt wird, ersinnt hochfliegende Pläne. Als begeisterter Carusofan möchte er in Iquitos ein Opernhaus errichten, ähnlich jenem Prunkbau im brasilianischen Manaus. Das Geld dafür soll eine tollkühne Aktion in den Urwäldern zwischen zwei Amazonasquellflüssen erbringen, die sich in ihren oberen Läufen an einer Stelle sehr nahe kommen. In diesem unwegsamen Gebiet erwirbt Fitzcarraldo billig große Ländereien mit Kautschukbäumen vom peruanischen Staat mit der Auflage, das Gebiet innerhalb von neun Monaten in Besitz zu nehmen und zu nutzen, da sonst der Vertrag wieder hinfällig wird. Der Preis ist deshalb so niedrig, weil das Gebiet aufgrund von Stromschnellen als unerschließbar gilt. Fitzcarraldo, um Ideen nie verlegen, ersteht ein altes Dampfschiff, heuert eine gemischte Mannschaft unter dem erfahrenen Amazonaskapitän Orinoco-Paul an und fährt zum allgemeinen Erstaunen flussaufwärts. Da die Freundin des Opernliebhabers, die Bordellchefin Molly (C.Cardinale), das Unternehmen finanziert hat, heißt der stolze Dampfer "Molly Aida". Zunächst läuft alles wunschgemäß, doch als die Mannschaft merkt, dass das Schiff in einen unbekannten Nebenfluss einbiegt und sich Indios dem Schiff bedrohlich nähern, sucht ein Großteil der Matrosen heimlich bei Nacht das Weite. Den Übriggebliebenen folgen nun die Indios zu Hunderten in ihren Kanus. Aber da der Kapitän der Indiosprache mächtig ist, kommt es zu einer Verständigung. Die Eingeborenen erklären sich bereit, den Weißen zu helfen, verfolgen jedoch bei der Zusammenarbeit offensichtlich eigene Ziele. Fitzcarraldo will, wie er jetzt erst preisgibt, an der Stelle, wo sich die benachbarten Flüsse fast berühren, die "Molly Aida" über einen Berg durch den Urwald transportieren. Hunderte Indios schlagen mit Macheten eine Schneise durch das Dickicht, fällen Bäume und richten Stämme, über die das Schiff mit Seilwinden bergauf gezogen werden soll. Unter wochenlangen Strapazen, Unfällen und Rückschlägen kommt man anfangs nur meterweise voran, bis der einfallsreiche Schiffskoch vorschlägt, des Dampfers eigene Kraft zu nutzen. Die ausgezogene Ankerkette wird befestigt und die Maschine in Betrieb gesetzt, so dass sich das Schiff selbst nach oben zieht. So gelangt die "Molly Aida" tatsächlich noch vor Ablauf der Frist in den Nachbarfluss, worauf der glückstrahlende Fitzcarraldo ein großes Fest ausrichtet. Am nächsten Morgen gibt es ein böses Erwachen. Die Vertäuung des Dampfers ist bei Nacht gelöst worden, und nun befindet sich das abgedriftete Schiff mit den Weißen und vier Indios kurz vor den gefürchteten Stromschnellen Pongo das Mortes. Die eilig eingeleiteten Rettungsmanöver helfen nicht mehr, die "Molly Aida" wird die tosenden Schnellen hinabgeschleudert, hält aber wie durch ein Wunder zusammen und richtet sich schwer ramponiert wieder auf. Nun verraten die heiteren Indios auch ihr Geheimnis. Sie hatten nach altem Glauben das "göttliche Fahrzeug" über den Berg gebracht und dann den Strom hinuntertreiben lassen, um die bösen Geister des Pongo zu besänftigen. Der so grandios gescheiterte Fitzcarraldo wird bei seiner Rückkehr in Iquitos als Held gefeiert. Aus dem Opernbau wird nun zwar nichts, aber vom Erlös des verkauften Schiffes vermag er ein Opernensemble für eine Darbietung auf dem Amazonas zu engagieren, und so wird sein Traum von der großen Oper doch noch wahr... [ZDF-Info | oc] Ursprünglich wurde Jason Robards mit der Titelrolle betraut und ihm Mick Jagger als Gehilfe zur Seite gestellt. Nach einigen Wochen wurde der Hauptdarsteller von der Amöbenruhr gezwungen, den Dreh aufzugeben. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 40 Prozent des Films abgedreht. Die Hauptrolle wurde mit Klaus Kinski neu besetzt und Mick Jaggers Part aus dem Skript gestrichen. * "Ich sollte keine Filme mehr machen, sondern geradewegs ins Irrenhaus gehen. Vieles an diesem Film ist irgendwie geisteskrank." Werner Herzog
Regie Werner Herzog
Drehbuch Werner Herzog
Kamera Thomas Mauch
Musik Popol Vuh
Produktion Werner Herzog
  Lucki Stipetić
>> Werner Herzog
Filmproduktion
>> Pro-ject Filmproduktion
im Filmverlag der Autoren
>> ZDF
> [in Zusammenarbeit mit] Wildlife Films, PE
Rolle Darsteller
Brian Sweeney Fitzgerald
[Fitzcarraldo]
Klaus Kinski
Molly Claudia Cardinale
Don Aquilino José Lewgoy
Cholo Miguel Ángel Fuentes
Kapitän Orinoco-Paul Paul Hittscher
Huerequeque (Koch) ... Huerequeque Enrique
Bohorquez
Stationsvorsteher Grande Othelo
Operndirektor Peter Berling
Häuptling der Campa David Pérez Espinosa
schwarzer Livrierter Milton Nascimento
Kautschukbaron Rui Polanah
alter Missionar Salvador Godínez
junger Missionar Dieter Milz
Notar Bill Rose
Gefängniswärter Leoncio Bueno
Länge 158m (c)
Drehzeit Januar; April-Juli 1981
Drehorte Peru; Manaus, BR; Rom, I
Kinostart März 1982
DVD Juli 2006 (de,en)
> Filmband in Silber [Deutscher Filmpreis]
> Regiepreis für Werner Herzog [Filmfestspiele Cannes]
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
home © midas 2006