Judgment at Nuremberg (1961-USA | Urteil von Nürnberg)
Stab Gerichtsdrama: Man schreibt das Jahr 1948: Nürnberg ist weithin noch eine Trümmerwüste, als der hochbetagte amerikanische Richter Dan Haywood (S.Tracy) den Vorsitz im Prozess gegen vier ehemalige NS-Juristen übernimmt. Die Angeklagten sind die Richter Emil Hahn, Friedrich Hofstätter, Werner Lampe und Dr. Ernst Janning (B.Lancaster), der zeitweilige Justizminister. Er zieht das größte Interesse auf sich. Während die drei anderen sich im Sinn der Anklage für unschuldig erklären und sich darauf berufen, nach damaligem Recht legal gehandelt zu haben, hüllt sich Janning in Schweigen. Richter Haywood bemüht sich in diesem Prozess - in der Geschichte der Justiz bis dahin ohne Beispiel - um ein korrektes Verfahren. Mehr als einmal weist er den Chefankläger Colonel Tad Lawson (R.Widmark) in die Schranken, genau so bestimmt greift er ein, wenn der deutsche Verteidiger Hans Rolfe (M.Schell) die Kreuzverhöre allzu hart führt. Als Zeugen treten Dr. Wieck, ein ehemaliger Kollege Jannings, Rudolph Petersen (M.Clift), der während des Krieges zwangssterilisiert wurde, und Irene Hoffmann(-Wallner) (J.Garland) auf, die als 16-Jährige wegen ihrer Freundschaft mit einem Juden grausam verhört und zu mehreren Monaten Haft verurteilt wurde. Während des Prozesses werden die Verbrechen und der Terror des Naziregimes, die schuldhaften Verstrickungen der Deutschen, schmerzhaft in Erinnerung gerufen. Richter Haywood, der die Kriegsjahre in der friedlichen amerikanischen Provinz verbracht hatte, wird zum ersten Mal mit der deutschen Mentalität und Realität konfrontiert. Er lernt die Besiegten auch privat kennen, die Begegnung mit der deutschen Generalswitwe Bertholt (M.Dietrich), deren Mann beim 1945 abgehaltenen Hauptprozess von Nürnberg als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, bekommt entscheidende Bedeutung für ihn. Gegen Ende des Prozesses bricht Dr. Janning plötzlich sein Schweigen. Sein Schuldbekenntnis wird zum dramatischen Höhe- und Wendepunkt des Gerichtsverfahrens... [BR-Info | occ] Den historischen Hintergrund des Films bilden die 13 Kriegsverbrecherprozesse, die 1946 bis 1948 in Nürnberg stattfanden. Die eigentliche Handlung konzentriert sich auf den NS-Juristen-Prozess, bei dem man die Angeklagten u.a. der vorsätzlichen Rechtsbeugung im Dienst der Tyrannei beschuldigte und ihnen vorhielt, in Tausenden von Fällen Todesstrafen verhängt zu haben. Dabei ging es Regisseur Stanley Kramer und Drehbuchautor Abby Mann nicht um eine authentische Wiedergabe des Prozessverlaufs oder um personelle Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, sondern um eine Typisierung anhand von Modellfällen.
Regie Stanley Kramer
Drehbuch Abby Mann
Kamera Ernest Laszlo
Musik Ernest Gold
Produktion Stanley Kramer
>> Roxlom
Rolle Darsteller
Richter Dan Haywood Spencer Tracy
Ernst Janning Burt Lancaster
Colonel Tad Lawson Richard Widmark
Frau Bertholt Marlene Dietrich
Hans Rolfe Maximilian Schell
Irene Hoffmann Judy Garland
Rudolph Petersen Montgomery Clift
Capt. Harrison Byers William Shatner
Senator Burkette Ed/ward Binns
Richter Kenneth Norris Kenneth MacKenna
Emil Hahn Werner Klemperer
Gen. Merrin Alan Baxter
Werner Lampe Torben Meyer
Richter Curtiss Ives Ray Teal
Länge 178/90m (bw)
Drehzeit Januar-Mai 1961
Drehort Nürnberg & Berlin (D)
Kinostart Dezember 1961
DVD -
bester ausländischer Film [David /di Donatello/]
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